Presse
“La Nueva Espana” Oviedo März 2005
Gala-Abend der Kammermusik
Von Cosme Marina
“……Nach dem großartigen Auftritt von Pinchas Zukerman folgte im Konzertzyklus des Auditoriums eines der besten deutschen Kammerorchester, die „Hamburger Solisten“, deren Mitglieder sich aus 15 jungen, hochbegabten Musikern Hamburgs zusammensetzen.
Die ursprüngliche Idee dieses Ensembles besteht darin, dass erfahrene Solisten gemeinsam mit jungen Talenten musizieren. So entsteht eine enthusiastische und vitale Gruppe......“ „In ihrem Konzert in Oviedo präsentierte das deutsche Orchester im ersten Teil ein solides klassisches Programm und nach der Pause Schostakowitsch.
Der Abend begann mit dem Divertimento für Streicher in D-Dur, KV 136, von W.A. Mozart. Das Zusammenspiel der Musiker in diesem ersten Stück ließ die Qualität der folgenden erahnen. In einem Werk wie diesem, das eine rhythmisch klare und lebendige Darstellung verlangt, bewiesen die Musiker eine maximale Beweglichkeit, sowie einen klaren und flexiblen Ausdruck. Zudem zeigten sie eine dynamische, temperamentvolle und schöne Spielweise, die Mozart stilistisch und in der Form absolut treu blieb.
Als nächstes spielte der Solist Boris Matchin das Konzert für Cello und Orchester in C-Dur von F.J. Haydn. Obwohl die Intonation am Ende des „Allegro molto“ nicht sehr präzise war, zeigte er sich als feinfühliger und sorgfältiger Musiker mit sicherem Strich und Ausdruck. Da der Applaus so groß war, spielte Boris Matchin als Zugabe eine Bearbeitung für Cello und Streichorchester von A. Glazunov „Chant du Menestrel“. Im zweiten Teil spielte das Ensemble eine bewundernswerte Kammersinfonie op. 110 a, eine Bearbeitung für Streichorchester von Schostakowitschs Quartett Nr. 8 in d-Moll. Die Musiker interpretierten das Werk mit einer überwältigenden und wirkungsvollen Kraft. Sie stellten die Kontraste und Inhalte der Partitur mit großer Effizienz dar.
Im Gegensatz zu gewohntem lustlosem Zusammenspiel und farbloser musikalischer Routine, bringen die „Hamburger Solisten“ eine glänzende und leidenschaftliche Interpretation hervor. Sie demonstrierten ihr Streben danach, mit Lust zu musizieren.“
„..... Damit hat dieses Ensemble gezeigt, was für ein Potential sie für die Zukunft haben. Das gefühlvolle und ruhige Finale des Stückes berührte das Publikum, das sich mit riesigem Beifall bedankte. Als Zugabe spielten die „Hamburger Solisten“ die Romanze und eine Polka von Schostakowitsch, die den perfekten Abschluss eines Kammerkonzerts auf hohem Niveau bildeten. Dieses sind die Abende, welche uns durch die Programme und die Interpreten zu Musikliebhabern machen.
(Übersetzung: Hedy Dresel/ Miryam Afkham)
Fono Forum November 1998
Schostakowitsch/Barschai Kammersinfonien op. 110a und op. 118a
"Was diese Einspielung mit den Kammersinfonien von Schostakowitsch so hörenswert macht, ist vor allem die differenzierte an der historisch informierten Aufführungspraxis geschulte Spielstruktur der Hamburger Solisten...der bohrenden Intensität, die Emil Klein zu entfesseln weiß, höchst beredt und mit enormer Einsicht in die tieferen Schichten der Kompositionen setzen er und seine Hamburger Solisten diese beiden Kammersinfonien um."
Klassik Heute 1999
"Obwohl beide Werke eng zusammengehören, werden sie relativ selten auf einer CD angeboten, das 1995 von Emil Klein gegründete Kammerorchester spielt tonschön, rhythmisch genau und ohne übertriebene Larmoyanz."
Stadt Nordenham 16.9.2000
Singendes Cello prägt Konzert
"Hamburger Solisten eröffnen mit überzeugender Darbietung Herbstsaison der Goethe-Gesellschaft
Zu Zeiten Wolfgang Amadeus Mozarts gab es auch schon Unterhaltungsmusik. Natürlich klingt sie anders als das, womit sich heute viele Menschen aus dem Radio berieseln lassen. Der Zeitstil, dem sie folgt, zeigt auf, wie kultiviert man sich damals bei Hofe unterhalten ließ. Zu ihr gehört auch das Divertimento. Mit einem solchen Musikstück begann auch das Konzert der Hamburger Solisten.
Das Streichorchester gastierte auf Einladung der Goethe-Gesellschaft Nordenham und spielte in der gut gefüllten Friedeburg. Es musizierte nicht auf der Bühne, sondern im Saal bei aufgezogenen Vorhängen, was sich akustisch als ausgesprochen günstig erwies. Mit dem Divertimento D-Dur, KV 136, stellte sich das Ensemble unter der Leitung von Emil Klein vor: Hervorragendes Zusammenspiel, ausgefeilte Technik und fröhliches Musizieren der jungen Musikanten.
Daß ein Teil des Publikums schon nach dem ersten Satz klatschte, schien den Dirigenten etwas zu verwundern. Nachdem er verkündet hatte, daß noch etwas mehr Musik kommt, wurde nur noch am Ende eines Werkes geklatscht. Schon jetzt zeigte sich etwas von der jovial-lockeren und zugleich bestechlichen Art des Dirigenten, der sich nicht scheute, einige Orchestermitglieder nach einem Werk zu küssen, einen jungen Cellisten im Publikum zum Üben zu ermuntern und vor der Zugabe noch schnell mit starkem slawischem Akzent eine Anekdote zu erzählen.
Auch das Konzert für Violoncello und Orchester, C-Dur, von Joseph Haydn kann man noch der Kammermusik zurechnen. Was ihm an Brillianz und Virtuosität fehlt, wird durch seinen anmutig wohltuenden Plauderton reichlich wieder wett gemacht. Diesen Charakter konnte Emil Klein mit seinen Interpreten ausgezeichnet treffen. Er übernahm den Solopart selbst. Mit prächtigen gebrochenen Akkorden und Doppelgriffen nahm er das Thema auf, das die Streicher vorangestellt hatten."
Einfühlsam
"Eine schlichte Kadenz rundete den Satz ab. Behutsam und bedächtig spielte das Orchester das Thema des Adagio. Danach ließ Emil Klein sein wohlklingendes Instrument ein versonnenes Lied anstimmen. Dabei konnten die übrigen Streicher ihn einfühlsam begleiten. Mit einem fröhlichen Kehraus wurde das Werk beendet.
Sogleich erklang eine Zugabe: der zweite Satz aus dem Konzert für Cello und Orchester Nr. 3 G-Dur, von Luigi Boccherini in einer Besetzung für Streichquartett. Noch einmal konnte man den schmelzenden Klang des Soloinstrumentes genießen.
Einen ganz anderen Charakter hat das Streichquartett d-moll, D810, mit dem Beinamen „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert, das die Hamburger in einer Bearbeitung für Streichorchester von Gustav Mahler interpretierten. Sicher läßt sich darüber streiten, ob dem Original oder der Bearbeitung der Vorzug zu geben ist. Die Hamburger Solisten bewiesen, daß dieses Schubertquartett mit Streichorchester viel intensiver und eindringlicher wirken kann. Zwei Geigerinnen des Ensembles bewiesen mit ausdrucksvollen Solostellen ihr Können. Heftiger Beifall erwirkte eine ernste und eine lustige Zugabe, mit der sich die Musizierenden endgültig verabschiedeten."
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